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2018-29_Sucht und Laster-4-Endlich Nichtraucher

Lust und Laster Teil 4

Die Nikotinsucht

Das Verhaltensmuster eines Rauchers zeigt sehr viele Ähnlichkeiten mit dem eines „zwanghaften Essers“, deshalb möchte ich nun beschreiben, was die Nikotinsucht mit uns (oder aus uns) macht.

So lässt sich eine Sucht am leichtesten verstehen und besiegen.

 


 

Eigentlich habe ich erst durch Allen Carrs Buch „Endlich Nichtraucher!“ verstanden, das Rauchen eben nicht nur eine „schlechte Angewohnheit“ ist, sondern eine ganz versch… Sucht.

 

 

Rauchen ist schwer zu verstehen

 

Im dritten und vierten Teil meiner Reihe „Sucht und Laster“ befasse ich mich mit der Nikotinsucht.

 

Beim Schreiben von Teil 3 ist so viel Text entstanden, dass ich diesen Blogartikel über die Zigarettensucht  aufteilen musste. Deshalb liest du jetzt gerade Teil 4.

 

Übrigens mache ich keinen Unterschied zu Zigaretten oder E-Zigaretten oder Shishas. Das Prinzip ist das gleiche, auch wenn der Raucher von E-Zigaretten oder Shishas sich vielleicht einbildet, das sei gar nicht gesundheitsschädlich uns somit politisch korrekt.

 

Tabak ist Tabak und Nikotin ist Nikotin.

 

Ich will hier kein Moralapostel und auch kein Spielverderber sein, aber es ist sehr naiv zu denken, man rauche Sisha oder eine e-Zigarette nur wegen des Geschmackes…

 

Ich war früher starker Raucher, über 15 Jahre lang. Heute, mit fast 50, kann ich kaum noch glauben, dass ich mich für Zigaretten so viele Jahre zum Deppen gemacht habe.

 

Die ganze Sache mit der Raucherei ist absolut rätselhaft, genau wie die Tatsache, dass wir viel zu viel und dann auch noch die Sachen essen, die uns nicht gut tun. Ich möchte zunächst dieses Mysterium „Rauchen“ aufarbeiten, da es immer noch einfacher ist, mit dem Rauchen aufzuhören, als wieder zu einem normalen Essverhalten zurückzukommen.

 

Das ist die gute Nachricht für dich als Raucher, denn ich habe nach vielen Jahren tatsächlich einen recht einfachen Weg gefunden, damit aufzuhören- nachdem ich unzählige Male daran gescheitert war.

 

Da ich jahrelang unter meiner Raucherei gelitten habe und es einfach nicht schaffte, von den Zigaretten loszukommen, habe ich hier im Teil 3 von „Sucht und Laster“ meine Geschichte erzählt.

 

Trotz den vielen Versuchen, mit Willenskraft und Disziplin mit dem Rauchen aufzuhören, konnte und wollte ich nicht einsehen, dass das so nicht funktioniert.

Ich fühlte mich schlecht, unfähig und schwach, weil ich von diesen verfluchten Zigaretten einfach nicht los kam, dabei hatte ich doch alles Mögliche versucht- nur eben nie durchgehalten.

 

Dieses ständige Scheitern hatte gar nichts mit Schwäche zu tun- das weiß ich heute.

 

Genau wie „Falsches Essen“, lässt sich eine Nikotinsucht nicht so einfach mit Willenskraft in den Griff bekommen.

 

Es sei denn, du möchtest für den Rest deines Lebens leiden, weil du ständig das Gefühl hast, du musst etwas entbehren.

 

 

Nikotinsucht und Esssucht haben ähnliche Verhaltensmuster

 

Eigentlich dreht es sich in dieser Reihe um „unkonventionelles Essverhalten“ wie zum Beispiel Heißhungerattacken, sprich Fressanfälle oder auch das einfache „Überfressen“, wenn es gerade so gut schmeckt. Ich möchte die Süchte entlarven, die damit zusammenhängen. Natürlich fragst du dich jetzt, was das mit dem Rauchen zu tun haben soll.

 

Wenn du meine beiden ersten Teile von „Sucht und Laster“ schon kennst, verstehst du eher, warum ich beweisen möchte, dass wir tatsächlich süchtig nach dem „Falschem Essen“ sind. Und wenn wir diese Sucht einsehen und verstehen, können wir sie auch in den Griff bekommen.

 

Das Verhaltensmuster eines Rauchers zeigt sehr viele Ähnlichkeiten mit dem eines „zwanghaften Essers“, deshalb möchte ich nun beschreiben, was die Nikotinsucht mit uns (oder aus uns) macht. So lässt sich eine Sucht am leichtesten verstehen. Am Ende können wir also das „falsche Essen“ genauso besiegen wie die Zigarettensucht. Ich konnte die Zigarettensucht nach einem langen Leidensweg loswerden, deshalb möchte ich dir zunächst zeigen, wie ich das gemacht habe.

 

Was ich genau mit „falschem Essen und „zwanghaftem Esser“ meine, habe ich in meinen ersten beiden Teilen dieser Reihe beschrieben.

 

Am Ende des Artikels habe ich alle Teile dieser Reihe noch einmal verlinkt.

 

 

Der Weg war die Lösung

 

Eigentlich ist das Aufhören sogar einfacher, als beim Rauchen zu bleiben; das hat uns Allen Carr mit seinem Buch: „Endlich Nichtraucher!“ bewiesen. Er hat in seinem Buch das Rätsel über das Rauchen weitestgehend aufgedeckt. Dank ihm habe ich es geschafft, aufzuhören. In meiner Begeisterung habe ich das Buch über zwanzigmal gekauft und weiterverschenkt, und die Erfolgsquote war beträchtlich.

 

Ich habe in meiner Raucher-Geschichte (Teil 3 von „Sucht und Laster“) die unzähligen vergeblichen Aufhörversuche beschrieben, und in diesem Teil werde ich nun erklären, was ich bei meinen „Aufhörversuchen“ alles falsch gemacht habe und warum das nicht funktionieren konnte.

 

Allerdings waren diese Erfahrungen und die vielen gescheiterten Anläufe wohl auch wichtig, um die Lösung zu erkennen. Wahrscheinlich was das der Grund, warum mich das Buch von Allen Carr „Endlich Nichtraucher!“ gleich von Anfang an so gefesselt hat- ich dachte, der schreibt über mich!

 

Tatsächlich habe ich Allen Carr einiges zu verdanken.

 

Ich empfehle dieses Buch immer noch gerne- aber ich betone auch: Dieses Buch hat ein paar Ecken und Kanten, und ist nicht für jeden geeignet.

 

Deshalb picke ich die Dinge heraus, die mich damals so sehr beeindruckt haben. So kann ich erklären, was ich- Jahre später- anders gemacht habe, damit das Aufhören endlich funktionierte.

 

Du musst das Buch „Endlich Nichtraucher“ nicht gelesen haben, um meinen Blogartikel zu verstehen. Aber ich warne dich vor, dass ich spoilern muss. Ich werde Alle Carr auch in manchen Teilen zitieren. Wenn du „Endlich Nichtraucher“ jedoch unbedarft und vorbehaltlos lesen möchtest, empfehle ich dir, das zu tun, bevor du meinen Blogbeitrag liest.

 

 

„Endlich Nichtraucher!“ von Allen Carr

Kleine Rezension, Achtung, Spoiler!

 

Zuerst einmal ist Allen Carrs Schreibe nicht jedermanns Sache.

Er schreibt sehr direkt, und mit direkt meine ich, dass er dir ständig mit seiner verbalen Keule auf den Kopf haut. Wirklich sympathisch ist das nicht, doch für mich persönlich war sein Ton genau richtig. Er meinte es schließlich nur gut.

 

Er widerholt sich auch ständig, doch ich finde, das ist nötig, damit uns die Message richtig schön ins Hirn gehämmert wird.


 

Allerdings brüstete er sich ständig mit seiner „EasyWay-Methode“, für die auf den letzten Seiten des Buches auch kräftig Werbung gemacht wird. Was genau in seinem Buch diese EasyWay-Methode sein soll, hat sich mir nicht wirklich erschlossen- ich könnte diese „Methode“ zumindest nicht mit ein paar Sätzen beschreiben oder zusammenfassen.

 

Ich kann nur behaupten: Wenn dich dieses Buch gleich zu Anfang packt, dann kannst du recht problemlos mit dem Rauchen aufhören, du musst „Endlich Nichtraucher!“ nur von Anfang bis Ende durchlesen.

 

Und so kommen wir zu einem kleinen Haken: Allan Carr schreibt gleich zu Anfang, dass man rauchen SOLL, während man sein Buch „Endlich Nichtraucher!“ liest. Du sollst auf keinen Fall vorher schon versuchen, das Rauchen aufzuhören oder einzuschränken, sondern sein Buch lesen und genauso weiterrauchen, wie du es gewohnt bist. Allen Carr hat für diese Anweisung einen guten Grund, den er auch sehr verständlich in seinem Buch erklärt. Allerdings kamen viele gar nicht so weit mit dem Lesen...

 

Genau deshalb hatten manche, die von mir dieses Buch geschenkt bekamen, es dann doch nicht geschafft. Sie haben das Buch einfach nicht bis zum Ende gelesen! Die „ANGST vor dem Aufhören“ war einfach zu groß!

 

ALLE anderen hatten es tatsächlich geschafft.  Ich kann mich an keinen einzigen erinnern, der das Buch bis zu Ende gelesen und danach behauptet hat: „Sch…-Buch, klappt nicht!“, auch wenn einige schlechte Rezensionen genau das bestätigen. Es war wirklich ein großartiges Geschenk.

 

Allerdings gibt es doch noch einige Leute, die mit mir zusammen anfingen haben zu rauchen und bis heute nicht den Absprung geschafft haben. All denen, und meinen Kids (die es bis jetzt glücklicherweise geschafft haben, nicht in diese Falle zu tappen), widme ich diesen Blogartikel. Für sie ist das Buch bestimmt, das ich gerade aufsetze: Ich plane eine Art Begleitbuch zu Allen Carrs „Endlich Nichtraucher!“.

Ein Buch ist übersichtlicher als ein Blogartikel, außerdem habe ich noch einige interessante Geschichten auf Lager, die hier den Rahmen sprengen würden. Mal sehen, vielleicht bekomme ich es ja irgendwann fertig ;-)

 

Genauso wie Allen Carr werde ich dich nicht mit Fakten und Berichten über gesundheitliche Schäden schockieren bzw. langweilen, das interessiert kein Mensch und einen Raucher erst recht nicht.

Auch werde ich nicht mit der großen Moralkeule schwingen und dir ein schlechtes Gewissen machen. Und ganz bestimmt werde ich keine Sachen schreiben, bei denen du dich mies und minderwertig und jämmerlich fühlst.

 

Aber anders als Allen Carr, der behauptet, es gäbe keine unverbesserlichen Raucher, sehe ich das von dem Gesichtspunkt aus, dass sich nicht alle „bekehren“ lassen können, weil sie eben noch nicht so weit sind. Wenn die „Angst vor dem Aufhören“ noch so groß ist, hat es meiner Meinung nach keinen Sinn, zusätzlich in der Wunde zu wühlen.

 

Vielleicht gibt es wirklich keine „unverbesserlichen Raucher“, aber zumindest ist manchmal die Zeit eben noch nicht reif. Es muss vielleicht erst ein paar Schlüsselerlebnisse gegeben haben, die den Raucher von ganz alleine das Umdenken lehrt.

 

 

Sei bitte ehrlich zu dir selbst!

 

Dieser Blogartikel bietet eine echte Chance für dich, wenn du mit dem Rauchen aufhören willst.

 

Wenn du meine Geschichte gelesen hast, hast du dich vielleicht in vielen Punkten wiedererkannt. Ich möchte dich nur bitten, absolut ehrlich zu dir selbst zu sein.

 

Rauchen hat nämlich viel mit Selbstbetrug zu tun.

 

Und wenn ich Situationen geschildert habe, bei denen du dir sagst: „Na zum Glück ist das bei mir nicht so“, „Naja, das ist ja ziemlich übertrieben, was die da schreibt, soooo schlimm bin ich ja gar nicht…!“, dann frage dich bitte, ob du nicht gerade dabei bist, dir etwas vorzumachen.

 

Selbst wenn du dir sicher bist, dass du gar nicht aufhören WILLST (Aus welchen Gründen auch immer): Bitte bewerte dich fair und ehrlich. Weder du noch irgendjemand anderes hat was davon, wenn du dich selbst anlügst.

 

Da ich ja in den 80ern angefangen habe zu rauchen (mit 12 hatte ich angefangen), konntest du vielleicht einiges nicht nachvollziehen, weil du einfach in einer ganz anderen Zeit geraucht hast.

 

Ich habe einen Grund, dass ich ziemlich langatmig die Marken aufgezählt habe, die ich geraucht habe, und die Zigarettenpreise, die Phasen des Zigarettendrehens und –stopfens usw., darauf komme ich später zurück.

 

Ich werde in diesem Teil immer wieder auf meine Geschichte in Teil 3 zurückkommen, denn wie bereits erwähnt, die Geschichte enthält schon die Lösung.

 

Der wichtigste Punkt für diese Lösung ist tatsächlich, dass du ab jetzt keinen Selbstbetrug mehr zulassen darfst.

Denke offen und ohne Bewertung über dein Raucherverhalten nach und beantworte dir ganz ehrlich ein paar Fragen:

 

 

Drei Fragen

 

Eigentlich geht es nur um drei Fragen. Wenn wir die gewissenhaft beantworten, haben wir die Lösung gefunden:

 

Wieso fangen wir überhaupt an zu Rauchen?

 

Wieso rauchen wir überhaupt, was bringt uns das Rauchen?

 

Was macht es so schwer, mit dem Rauchen aufzuhören?

 

 

Es könnte ganz spannend für dich sein, zunächst über diese Fragen nachzudenken, bevor du weiterliest.

Wenn du rauchst und aufhören möchtest, schlage ich vor, das du deine Antworten aufschreibst- das könnte ein interessantes kleines Spiel werden…

 

 

Endlich zum Nichtraucher- Schritt 1:

Warum fangen wir überhaupt an?

 

Als ich meine Rauchergeschichte erzählte, habe ich noch vor meiner ersten Zigarette angefangen und grob mein Umfeld umrissen. Es war nie mein Plan oder Lebenstraum gewesen, mit dem Rauchen anzufangen- ganz im Gegenteil. Dennoch habe ich es getan.

 

Das Verrückte dabei ist:

Ich wollte es wirklich nicht, ICH WOLLTE NICHT RAUCHEN! Nach der ersten Zigarette, die so widerlich war, dass ich bald brechen musste, erst recht nicht.

 

Auch wenn mich meine Freundinnen bereits vorgewarnt hatten, war ich erstaunt, was so ein Lungenzug in mir auslöste. Ich dachte, mit mir stimmt etwas nicht, denn alle anderen genossen das Rauchen ja ganz offensichtlich.

 

Deshalb habe ich es wieder und wieder versucht, bis mein Körper seine Abwehrhaltung (was ja eigentlich eine reine Schutzreaktion war) aufgab und ich „ohne Beschwerden“ weiterrauchen konnte.

 

 

Die erste Zigarette ist grauenhaft!

 

Ich möchte, dass du die Augen schließt und dir folgendes Bild vorstellst:

 

Stell dir vor, es gäbe auf der ganzen Welt keinen Tabak. Also keine Zigaretten, e-Zigaretten, Shishas, Zigarren, Pfeifen usw. und somit auch keine Raucher und keine Werbung für das Rauchen. So was hat es noch nie gegeben und keiner hat je gesehen, dass sich jemand etwas Brennendes und Qualmendes in den Mund steckt und auch noch daran zieht.

 

Nun werden kostenlose Zigaretten in alle Haushalte verteilt. Du findest ein Päckchen Zigaretten mit einer entsprechenden Anleitung im Briefkasten. Auf der Anleitung steht nur, dass die Zigarette, die du ja noch nie vorher gesehen hast, vorne angesteckt und das Filterstück in den Mund genommen werden soll. Dann sollst du daran ziehen und den Rauch tief inhalieren. Mehr steht da nicht. Nicht, was das bewirken soll und erst recht keine Werbesprüche.

 

Was passiert wohl, wenn du völlig unbedarft, ohne Werbung und Manipulation, ohne jemals einen Raucher gesehen zu haben, eine Zigarette ausprobierst?

 

Beim Rauchen der ersten Zigarette reagiert der Körper sofort, und zwar mit einem Hustenanfall, Ekel, Schwindel und/oder Übelkeit. Unser Körper sagt damit: „Das ist Gift. Lass das bleiben, das bringt dich um!“

 

Würdest das wirklich noch ein weiteres Mal probieren? So nach dem Motto: Vielleicht habe ich mich geirrt, diese Dinger sind vielleicht gar nicht so schlimm, das kann doch gar nicht sein, dass mein Körper das nicht haben will?!?

 

Würdest du nicht eher die Dinger in den Müll schmeißen und denken: „Was für ein ekelhafter Mist ist das denn? Wollte mich da jemand vergiften?“

 

Leider bekommen wir überall vorgelebt: Zigaretten machen dich cool, sie lassen dich entspannen, du kannst dich besser konzentrieren, und der Geschmack ist so wunderbar…

 

Wenn dir jemand also erzählt, seine erste Zigarette habe einfach großartig geschmeckt, dann lügt er dich entweder an (dabei belügt er sich am meisten selbst) oder er leidet unter Gedächtnisschwund.

 

 

Böse Falle…

 

Dies ist das Stadium, das entscheidet, ob wir Raucher werden oder nicht. Wer seine erste Zigarette widerwärtig findet, und deshalb für immer die Finger davon lässt, hat großes Glück.

 

Alle anderen müssen tatsächlich hart an ihrer Sucht arbeiten. Der Raucher muss nämlich erst einmal lernen, seine Sinne gegenüber dem schlechten Geschmack und Geruch zu verschließen. Er muss ganz schön hartnäckig sein, um die Zigarette lieben zu lernen.

 

Solltest du Nichtraucher kennen, die noch nie Raucher waren, dann frag sie doch mal, warum sie nie geraucht haben. Die Antworten sind immer ähnlich: „Ich habe es ja probiert, aber ich habe die Zigaretten nicht vertragen. Die haben so widerlich geschmeckt und mir wurde schlecht, ich musste husten, usw…“

 

Als ich noch rauchte, staunte ich nicht schlecht über solche Aussagen, schließlich ist mir meine erste Zigarette heute noch lebhaft in Erinnerung. Ich staunte deshalb, eben weil es mir genauso ergangen war- aber wieso war das für ein Grund, niemals mit dem Rauchen anzufangen…? Das verwirrte mich. Was ist bei denen denn anders gelaufen als bei mir?

 

Es ist nicht so, dass nur schwache oder doofe Menschen anfangen zu rauchen. Sucht ist keine Intelligenzfrage, das hat Allen Carr immer wieder betont.

 

Ich stelle mir das Rauchen wie eine „Venus Fliegenfalle“ vor, kennst du diese putzigen fleischfressenden Pflanzen? Als Kind hatte ich mal eine, und diese Pflanze war ziemlich lahm drauf. Selbst fing sie eigentlich nie etwas; wahrscheinlich, weil sich keine Fliege in sie verirrte. Ich musste ihr die Fliegen in den Rachen stopfen, selbst da schnappte sie nur gelegentlich zu.

 

Uns geht es wie den Fliegen: Auch wenn alle ihre erste Zigaretten eklig finden- bei dem einen schnappt die Falle zu, bei dem anderen eben nicht.

 

 

Köder Nr. 1:

 

Allen Carr schreibt dazu: „Rauchen ist die raffinierteste, gemeinste Falle, die es gibt. Man könnte sich so etwas Geniales gar nicht ausdenken...“

 

Diese Falle hat nämlich einen ganz gemeinen Köder, aber das ist KEIN leckeres Käsestückchen. Dieser Köder ist nicht, dass die Zigaretten köstlich schmecken, sondern dass sie SO GRAUENHAFT schmecken.

 

Denn wenn die erste Zigarette köstlich schmecken würde, könnten wir verstehen, warum sich Erwachsene selbst vergiften. Dann würde unsere Alarmglocke schrillen, und unser Verstand würde uns warnen.

 

Doch gerade weil die erste Zigarette so furchtbar schmeckt, wiegt sich unser Gehirn in Sicherheit.

Wir glauben, jederzeit wieder aufhören zu können, weil Zigaretten für uns gar kein Genuss sind. Wir sind uns gewiss, dass wir nie davon abhängig werden. Und ZACK- die Klappe ist heruntergesaust…

 

 

Köder Nr. 2:

 

Der zweite Köder sind die Raucher selbst.

 

Auch wenn seit den 70ern bis heute viel für den „Raucherschutz“ getan wurde, hat sich, was die Konditionierung angeht, nichts geändert. Die Prägung aufs Rauchen beginnt bereits im Kindesalter.

 

Schon als Kinder lernen wir Raucher kennen. Auch wenn Raucher nicht mehr so häufig wie früher auftreten, keine Zigarettenwerbung mehr im Fernsehen, in Kinos, Zeitschriften und Großleinwänden zu sehen sind, gibt es noch viele Raucher.

 

Obwohl in Restaurants und anderen öffentlichen Gebäuden nicht mehr geraucht werden darf und Raucher im Allgemeinen fast geächtet werden, so gibt es trotzdem noch Raucher.

 

Obwohl schreckliche Bilder von amputierten Beinen und Raucherlungen abgebildet sind, es inzwischen viele Aufklärungskampagnen gibt und die Zigaretten nur noch mit Personalausweis aus dem Automat gezogen werden können, gibt es noch Raucher.

 

„Rauchen ist tödlich!“, dieser Satz findet sich überall, und trotzdem gibt es immer noch viele Raucher.

 

Jemand, der nie geraucht hat, fragt sich logischerweise,

was der Raucher an den Zigaretten so toll findet.

Es muss ja irgendwas sein- der Geruch ist es jedenfalls nicht…

Es muss irgendwas WERTVOLLES sein,

da ja ein Raucher so einiges auf sich nimmt,

um zu rauchen!

 

Als ich klein war, bin ich zu meiner Mama am liebsten hin, wenn sie gerade eine Zigarette rauchte. Dann war sie immer so herrlich entspannt. Ich beobachtete oft, wie sie sich, gestresst und von allem und jedem genervt, hinsetzte und sich eine anzündete- und dabei wohlig aufseufzte. Danach war sie viel umgänglicher. Das hat großen Eindruck hinterlassen.

 

Die Raucher leben uns etwas vor, was diejenigen, die das Rauchen nicht kennen, vor ein Rätsel stellt.

 

Der Witz an dem Ganzen ist, dass der Raucher selbst auch vor diesem Rätsel steht- aber das kann ein Nichtraucher ja nicht ahnen…!

 

Wir halten das Rauchen für ein Zeichen des Erwachsenwerdens. Wir haben das Gefühl etwas zu versäumen.  Deshalb fangen wir an zu rauchen- wegen den anderen, die es tun. Der einzige Grund, warum wir einsteigen, sind die Tausende, die bereits drin sind.

Wir geben uns große Mühe, um endlich abhängig zu werden, und dabei finden wir nie heraus, WAS wir eigentlich versäumen.

 

Das Verrückte ist, dass uns Raucher sogar vor dem Rauchen warnen- aber nicht ernstgenommen werden. Wenn ein Raucher erzählt, Rauchen sei reine Zeit- und Geldverschwendung und er wünschte, niemals damit angefangen zu haben, wird ihm keiner glauben. Wie denn auch? Wie soll man denn glauben, dass er die Zigaretten NICHT genießt?

 

Und wenn wir dann selber Raucher sind, bläuen wir unseren Kindern ein, bloß nicht damit anzufangen…

 

 

Endlich zum Nichtraucher Schritt 2:

Warum rauchen wir überhaupt?

 

Alan Carr schreibt von einer „Gehirnwäsche“; ich nenne das lieber „Konditionierung.“

 

Als ich Kind war, war Zigarettenwerbung überall, das ist zum Glück heute nicht mehr so. Allen Carr hatte schon Recht mit „Gehirnwäsche“, wenn ich an das berühmte HB-Männchen oder den Marlboro- oder Camel-Mann denke.

Während das lustige HB-Männchen zeigte, wie sehr das Rauchen doch die Nerven beruhigt („...wer wird denn gleich in die Luft gehen?“), zeigten der Camel- und Marlboroh-Mann, wir cool es aussieht, wenn man raucht.

 

Ich war großer Fan von James Dean und (dem jungen) Clint Eastwood und fand es einfach mega-cool, wie diesen beiden Schnittchen die Kippe aus dem Mundwinkel hing…

 

Was früher die Werbung erledigt hat, übernehmen heute die Raucher alleine:

Mit ihrem Vorbild halten sie die Illusion aufrecht, es gäbe gute Gründe zu rauchen.

 

Der Grund, warum wir weiterrauchen, ist nämlich die Gewissheit, das Rauchen würde uns IRGENWAS bringen- auch wenn wir gar nicht genau wissen, was das sein soll.

 

Wenn du einen Raucher fragst, warum er eigentlich raucht, kommt oft nur hilfloses Rumgestammel.

 

Als Raucher hatte ich auch keine Ahnung, warum ich rauchte. Im Grunde meines Herzens wusste ich schon, dass Rauchen dumm ist. Trotzdem hatte ich nur die klassischen Begründungen im Kopf:  Rauchen ist Genuss, es schmeckt mir, es entspannt mich… und es hat mich eigentlich ein bisschen irritiert, dass Nichtraucher anscheinend gar nichts vermissen.

 

 

Das Rauchen abgewöhnen? Das Rauchen aufgeben?

 

Während du meine Raucher-Geschichte im vorherigen Blogartikel gelesen hast, ist dir vielleicht aufgefallen, dass ich viele Wiederholungen geschrieben habe, ohne Synonyme zu verwenden. Ich habe ständig den Begriff: „Mit dem Rauchen aufhören“ verwendet. Vielleicht mag das etwas langweilig geklungen haben, doch das war Absicht. Ich wollte einfach nicht solche Begriffe verwenden wie: „Sich das Rauchen abgewöhnen“ oder „Das Rauchen aufgeben“. Warum?

 

Die Konditionierung fängt bereits in der Sprache an:

Das Rauchen ABGEWÖHNEN? So als wäre Rauchen nur eine ANGEWOHNHEIT? Ich habe selbst jahrelang geglaubt, Rauchen wäre für mich lediglich eine Gewohnheit- bis ich versucht habe, damit aufzuhören…!

 

Sobald wir das Rauchen lediglich als „Gewohnheit“ ansehen,

passiert etwas ganz Entscheidendes in unserem Gehirn:

Wir verharmlosen und verleugnen unsere Drogenabhängigkeit.

 

Wenn jemand sagt, er will „das Rauchen aufgeben“, schwingt bereits etwas Trauer und Demut mit in diesem Ausdruck.

Mein Gefühl sagt mir, wenn ich etwas aufgebe, mache ich das nicht wirklich freiwillig. Wenn ich aber schon trauere, bevor ich überhaupt mit dem Rauchen aufhöre, wie soll ich das denn überhaupt hinkriegen?

 

 

Rauchen bringt dir REIN GAR NIX!

 

Das wichtigste, was du lernen musst, bevor du mit dem Rauchen aufhörst, ist:

 

Rauchen bringt dir rein gar nichts,

und wenn du aufhörst,

wirst du absolut gar nichts vermissen!

 

Wenn du gerade rauchst, wirst du bei den Worten „absolut gar nichts vermissen“ wohl bockig mit dem Kopf schütteln.

 

Das meinte Allen Carr mit Gehirnwäsche: Uns wurden so viele positive Dinge über das Rauchen suggeriert, aber die stimmen einfach nicht!

Rauchen ist KEIN Genuss, Rauchen vertreibt uns KEINE Langeweile, Rauchen lässt uns NICHT entspannen.

Wir rauchen, weil wir süchtig sind, wegen sonst nichts.

 

Natürlich fühlen wir uns beim Anzünden besser als einen Moment vorher, das liegt aber nicht daran, dass Zigaretten beruhigen oder sonst irgendwie gut tun, sondern daran, dass wir mit dem Rauchen unsere Entzugserscheinungen lindern. Vorher waren wir WEGEN der Entzugserscheinungen nervös und angespannt, und sobald wir rauchen, fühlen wir uns besser- so, wie sich ein Nichtraucher die ganze Zeit fühlt.

 

Im Grunde genommen spürt ein Raucher schon irgendwie, dass er in der Falle sitzt und von etwas Teuflischen besessen ist. Doch dann redet er sich ein: „Ich WILL ja rauchen, denn ich rauche gerne. Wenn ich dann mal nicht mehr will, höre ich einfach auf.“

 

Das erinnert mich ein bisschen an Scarlett O‘Hara (aus „Vom Winde verweht“): „Nur nicht heute, aber morgen!“

 

Im Grunde rauchen wir aber deshalb weiter, weil wir Angst haben. Es ist die Angst, dass wir nicht aufhören können, oder dass das Leben ohne Zigaretten nie mehr dasselbe sein wird.

 

 

Zugehörigkeitsgefühl

 

Als ich meine Geschichte aufgeschrieben hatte und sie Freunden, die ehemalige Raucher sind, vorlas, entwickelte sich eine begeisterte Diskussion und alle schwelgten liebevoll in Erinnerungen:

 

„Genau, ich habe auch eine Weile selber gedreht."

"Hat so ein Zigarettenautomat wirklich nicht rausgegeben?"

"Der gute alte „Javaanse Jongens“-Tabak..."

"Ich hab mir mal die Nase verbrannt, weil ich kein Feuer hatte und mir die Zigarette an der Herdplatte anstecken wollte."

"An die „Stopfparties“ kann ich mich auch noch erinnern."

"Ich habe immer L&M geraucht."

"Jaaaa, die Quickies, das war eine coole Sache, da war Basteln angesagt."

"Stimmt ja, „Styvesand“, die war auch meine erste Zigarette."

"Oh Mann, das waren noch Zeiten, als die Schachtel vier Mark kostete…"

 

Wir genossen diese mentale Zeitreise.

Und obwohl wir alle inzwischen Nichtraucher sind und so glücklich darüber, DASS wir Nichtraucher sind, schwärmten wir von „dieser schönen Zeit“.

Hach, was war das schön; hach, was haben wir alles zusammen erlebt- und die Zigaretten waren immer dabei.

 

Das finde ich erstaunlich, sehe ich doch heute, dass wir alle damals eigentlich richtig gelitten haben. Aber auch das zeigt sehr deutlich, wie brutal gut die „Gehirnwäsche“ gewirkt hat. Trotz unserer Erfahrungen wirkt sie sogar in unseren Erinnerungen sogar noch nach!

 

 

Rauchen hat nichts mit Genuss zu tun!

 

Jahrelang habe ich mir eingebildet, ich würde das Rauchen genießen. Für viele Raucher ist der Genuss DAS Argument, warum sie rauchen. „Es schmeckt mir eben…“

 

Mir fiel es wie Schuppen aus den Augen, als Allen Carr fragte:

 

„Würdest du aufs Rauchen verzichten,

wenn deine eigenen Zigaretten ausgegangen sind

und du dir nur eine Marke kaufen kannst,

die dir überhaupt nicht schmeckt?“

 

Ich fühlte mich wie ertappt. In Teil 3 von Sucht und Laster kannst du es nachlesen: Carr formulierte das sehr treffend: „Raucher würden lieber alte Hanfseile rauchen als überhaupt nichts.“

 

Ich rauchte die „Kurmark“ von meinen Eltern, obwohl ich die überhaupt nicht mochte. Die Marke „Roth-Händle“ hassten alle. Aus diesem Grund blieb diese Marke immer im Zigarettenautomat übrig.

In meiner „Not“, d.h. wenn alle anderen Fächer im Automat leer waren, hatte ich schon mehrmals die „Roth-Händle“ geraucht, auch wenn ich sie wirklich widerlich fand…

 

Können Zigaretten überhaupt schmecken? Wir essen sie schließlich nicht, sondern pumpen uns Rauch in die Lungen. Es sind die gleichen schmutzigen, ekelhaften Dinger, wegen denen wir in der Anfangszeit schrecklich gehustet und fast gebrochen haben.

 

Zigaretten sind ein Genuss???

Warum fühlen wir uns dann so elend,

wenn sie gerade nicht verfügbar sind?

 

 

Nikotinsucht

 

Eigentlich habe ich erst durch das Buch „Endlich Nichtraucher!“ verstanden, das Rauchen eben nicht nur eine „schlechte Angewohnheit“ ist, sondern eine ganz versch… Sucht.

 

Wenn du das erst einmal eingesehen hast, kannst du den Suchtmechanismus ganz einfach verstehen.

 

Ich zähle mal kurz die Fakten auf, die Allen Carr zusammengetragen hat:

 

Nikotin erzeugt sehr schnell eine Abhängigkeit, manchmal reicht schon eine Zigarette.

 

Nikotin wirkt sehr rasch, und der Spiegel fällt ca. 30 Minuten nach einer Zigarette um die Hälfte, nach einer Stunde um ein Viertel ab. Das erklärt, warum die meisten Raucher ca. 20 Zigaretten am Tag rauchen.

 

Sobald der Raucher seine Zigarette ausdrückt, beginnt das Nikotin rasch den Körper zu verlassen, der Raucher beginnt, an Entzugserscheinungen zu leiden- nicht an körperlichen Schmerzen, nur an einem Gefühl der Leere. Oft ist sich der Raucher dieses Gefühls nicht einmal bewusst, doch in seinem Körper wirkt es wie ein tropfender Wasserhahn. Rational lässt sich das schwer verstehen, aber ein Raucher MUSS Zigaretten haben! Wenn er keine bekommt, setzt Panik ein. 

 

Mit der nächsten Zigarette erlangt der Raucher lediglich den Zustand des inneren Friedens, der Ruhe und des Selbstvertrauens zurück, den sein Körper ohnehin besaß, bevor die Sucht begann.

 

Nachdem er diese Zigarette ausdrückt hat, geht der Teufelskreis von vorne los.

 

Mit der Zeit neigt er dazu, immer mehr zu rauchen, weil der Körper langsam gegen die Wirkungen des Nikotins immun wird.

 

 

Entzugserscheinungen

 

Wie bereits oben erwähnt:

 

Beim Nikotinentzug leidest du nicht an körperlichen Schmerzen.

Es ist mehr ein ruheloses Gefühl der Leere,

das Gefühl, das etwas fehlt.

Tatsächlich sind die Entzugserscheinungen so schwach,

dass den meisten Rauchern nie bewusst wird, dass sie drogensüchtig sind.

 

Auch wenn wir die Abhängigkeit nicht merken, hat sich ein kleines Monster (Allen Carr nannte es „Nikotinmonster“, ich nenne es „Giftnickel“) in unserem Körper eingenistet. Der Giftnickel hat Hunger, und wir müssen ihn immer weiter füttern. Das ist der eigentliche und einzige Grund, warum wir weiterrauchen: Dem Giftnickel Futter zu verschaffen.

 

Sobald der Nikotinspiegel absackt, überfällt uns die Angst vor diesem Gefühl der Leere und Unsicherheit. Auch wenn wir uns dieser Angst nicht bewusst sind, ist sie da.

 

Die Droge Nikotin verändert die Sinneswahrnehmung,

den Geschmacks- und den Geruchssinn.

Die Psyche verkrüppelt.

Ein Raucher sucht nach allen möglichen Erklärungen,

macht sich selbst und anderen ständig etwas vor,

damit er ruhigen Gewissens weiterrauchen kann.

 

Bevor wir in die Nikotin-Falle tappen, fehlt unserem Körper nichts. Erst wenn wir nikotinsüchtig sind, spüren wir ein lästiges Gefühl, wenn wir NICHT rauchen. Schuld geben wir aber nicht der Zigarette.

Sobald wir eine anstecken, empfinden wir Erleichterung- daher werden die Zigaretten für uns wertvoll. Wir werden von dem Irrglauben geblendet, die Zigaretten würden uns irgendwas Gutes tun.

 

Wir erleben während des Rauchens nur kurz das entspannte Gefühl, das alle Nichtraucher eigentlich ständig haben.

 

Ich habe folgendes Bild vor Augen:

Ich renne ständig mit dem Kopf an die Wand, nur weil es so gut tut, wenn ich aufhöre und der Schmerz dabei nachlässt...!

 

 

Endlich zum Nichtraucher Schritt 3:

Was macht es so schwer, mit dem Rauchen aufzuhören?

 

Ich habe mir jahrelang immer und immer wieder die Nachteile des Rauchens aufgezählt, und die sind ja beträchtlich.

Mit diesen Motiven startete ich unzählige Versuche um aufzuhören. Ich hoffte, wenn ich nur lange genug durchhielt, dann würde der Drang zu rauchen irgendwann einmal verschwinden.

 

Darin lag der Fehler:

Statt mir ständig die Nachteile des Rauchens einzuverleiben, hätte ich mir über die "Vorteile" des Rauchens Gedanken machen sollen- dann wäre ich vielleicht von selbst darauf gekommen, dass mir Rauchen ÜBERHAUPT NICHTS bringt.

Natürlich habe ich die "Vorteile" immer im Kopf gehabt, die ich mir selber zusammengesponnen habe, wie etwa: "Es schmeckt mir einfach", "ich rauche gern", "es ist Entspannung", "es ist Gewohnheit", "es ist Genuss"... und weil ich an diese "Vorteile" GLAUBTE, war das Aufhören, und vor allem das Durchhalten so schwer.

 

Ich versuchte, von einem Tag auf den anderen auszuhören, ich versuchte, die Zigaretten zunächst zu reduzieren und ich versuchte auch, einfach weniger zu rauchen. Über kurz oder lang scheiterte ich damit und kam wieder auf mein altes Level von ca. 40 Zigaretten täglich.

 

 

Die Normalmethode, die nicht funktioniert

 

Vor Allen Carr versuchte ich es nur mit der „Normalmethode“,

also mit Disziplin und Willenskraft.

 

Natürlich gibt es noch andere Methoden, wie Hypnose, Meditation oder Nikotinpflaster u.ä.

Davon habe ich nichts ausprobiert, letzteres sehe ich sogar etwas kritisch.

 

Ich höre immer wieder Erfolgsgeschichten von Exrauchern, die den Absprung mit der Normalmethode oder mit Hypnose oder ähnlichem geschafft haben, und darüber freue ich mich sehr.

Allerdings bin ich mir nicht sicher, wie sehr sie ihren Zigaretten noch nachtrauern, denn das ist beim Aufhören ein großes Problem.

 

Als ich noch dabei war, gegen meine Zigarettensucht anzukämpfen, hörte ich ganz genau hin, wenn mir jemand von seinen Erfahrungen als Nichtraucher berichtete.

 

Wie oft hörte ich diesen Satz: „Naja, wenn ich dann ein Glas Sekt trinke, dann habe ich schon noch Lust auf eine Zigarette...“

Das machte mir richtig Angst. Wie zur Hölle, sollte ich DAS bloß durchhalten?

 

Leider kenne ich einige Leute, die selbst nach jahrelanger Abszinenz wieder zur Zigarette gegriffen haben und nach dieser einen Rückfälligkeit wieder zum Kettenraucher wurden.

 

Ein schwacher Moment, nach so langer Zeit, und dann rückfällig geworden! Und das nach so einer MÜHE! Das war eine Horrorvorstellung für mich.

 

In den Phasen, in denen ich gerade mal nicht geraucht hatte, wollte ich das natürlich dauerhaft beibehalten.

Doch irgendwie hatte ich beim Ausgehen nicht mehr den gleichen Spaß, mir fehlten meine „Rituale“, mit Stress konnte ich nicht mehr gut umgehen, und irgendwie war die Vorstellung schrecklich, dass ich für den Rest meines Lebens gegen die ständige Versuchung ankämpfen sollte...

 

Das machte mir Angst.

 

Tatsächlich machte mir alleine der Gedanke ans Aufhören schon Angst, das habe ich nur damals noch nicht begriffen. Die Tatsache, dass Rauchen total schädlich ist, verstärkt diese Angst sogar.

 

Wenn wir also NICHT begriffen haben, dass uns Zigaretten REIN GAR NICHTS bringen, und dann versuchen, mit Willenskraft und Disziplin aufzuhören, dann werden wir für den Rest unseres Lebens leiden.

 

Solange wir überzeugt sind, das uns die Zigaretten gut tun, denken wir, etwas entbehren zu müssen, wenn wir mit dem Rauchen aufhören. So macht das Durchhalten tatsächlich große MÜHE...!

 

 

Zigaretten reduzieren

 

Zwischendurch und öfter mal, wenn das Aufhören mal wieder nicht geklappt hatte, versuchte ich, die Zigaretten einfach zu reduzieren.

Hätte das geklappt, wäre ich damit auch schon zufrieden gewesen, denn das Reduzieren hätte meiner Gesundheit und meinem Geldbeutel schließlich auch schon geholfen.

 

Nur klappte das irgendwie nicht. Ich versuchte, meinen Zigarettenkonsum auf „besondere“ Zigaretten zu beschränken: Die Zigarette nach dem Aufstehen, nach dem Essen, nach Feierabend, vor dem Schlafengehen…

 

Ich setzte mir oft Limits, meist fünf Zigaretten pro Tag. Ich machte mir dazu Striche auf die Schachtel, um den Überblick nicht zu verlieren.

 

Heute weiß ich, dass das der größte Fehler ist, den ein Raucher machen kann!

 

Wir rauchen doch sowieso schon ohne ersichtlichen Grund, denn der kleine Giftnickel ist uns gar nicht bewusst. Die „Vorteile“ des Rauchens kreiert sich jeder Raucher selbst, und dabei beweist jeder Raucher eine großartige Phantasie.

 

Wenn wir die Zigaretten reduzieren, machen wir sie NOCH wertvoller, als wir sie ohnehin schon halten.

 

Ich hatte nie gemerkt, wie elend ich mich eigentlich fühlte, wenn ich die Zigaretten einschränkte. Im Gegenteil: Hatte ich doch regelrecht „Glücksmomente“ in meinem Leben! Und zwar immer dann, wenn ich mir eine ansteckte. Wie jämmerlich das eigentlich war, hatte ich nie geahnt.

 

Ich habe die kostbaren Momente, in denen ich eine „besondere“ Zigarette ansteckte, regelrecht zelebriert. Bei einem Limit von fünf Zigaretten pro Tag lauerte ich die ganze Zeit auf DEN Moment.

Ständig schaute ich auf die Uhr:

Wenn ich jetzt eine rauche, reicht es für später nicht mehr..., ohje, ich muss noch eine Stunde warten..., ahhh, bald geschafft, dann darf ich mir wieder eine gönnen…

 

Ich machte mir die Zigaretten so wertvoll,

und strampelte mich dabei immer tiefer und tiefer in den Sumpf.

 

 

Nur eine einzige Zigarette

 

Ein Grund, warum ich immer wieder rückfällig geworden bin, war, dass ich eigentlich gar nicht wirklich AUFHÖREN wollte.

Mein Traum war es, ein Gelegenheitsraucher zu werden.

Ab und zu, bei besonderen Anlässen, hätte ich mir gerne weiterhin MAL EINE Zigarette gegönnt. Damals kapierte ich noch nicht, dass das unmöglich ist.

Ganz oder gar nicht! Wie eben bei einem Alkoholiker auch.

 

Ich glaube, ich verstand einfach nicht, dass ich drogensüchtig war.

Für mich war Rauchen nur eine „Gewohnheit“,

auch wenn es in den letzten Jahren zu einer lästige Gewohnheit geworden ist.

 

Heute habe ich das kapiert: Nur eine einzige Zigarette, und ich wäre sofort wieder dabei, selbst heute noch. Die einzige Zigarette bewirkt, dass der Giftnickel zurück an seinen Platz wandert und eine Stimme im Kopf mir sagt: „Hey, die war guuuut. Komm, rauch noch eine!“

 

Ich glaube, ich war lange gar nicht bereit, um richtig aufzuhören. Ich hatte Angst, dass das Leben ohne Zigaretten nicht mehr lebenswert ist. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, für den Rest meines Lebens mit dem Verlust zu leben. Ich dachte, ich würde mein Leben lang den Zigaretten hinterher trauern und unter den Verlustgefühlen leiden.

 

All diese Ängste waren so ein Quatsch!

 

Heute kann ich behaupten,

dass das Leben ohne Zigaretten nicht nur genauso lebenswert ist,

sondern noch unendlich lebenswerter und wertvoller! 

 

Und dabei spielen die Aspekte mehr Geld, mehr Gesundheit und mehr Zeit noch die geringste Rolle.

Ich habe mich aus einer Selbstversklavung befreit, und das war eines der besten Dinge, die mir in meinem Leben passiert sind!

 

Aber: Selbst heute noch bin ich gefährdet! Ich käme zwar nie mehr auf die Idee, das zu tun, aber WENN ich eine einzige Zigarette rauchen würde, würde ich sicher wieder in die Falle tappen. Da bin ich ganz sicher.

 

Diese Erkenntnis war eine der wichtigsten, um endlich erfolgreich aufzuhören:

 

„Nur eine einzige Zigarette“ gibt es nicht!

 

Also:

Hör ganz auf oder gar nicht!

 

Übrigens:

Vorsicht vor Shishas! Böse Falle: Ich kenne einige Nichtraucher, die nach einem Besuch in einer Shishabar rückfällig wurden und wieder zum Kettenraucher wurden!

 

 

Wie höre ich mit dem Rauchen auf?

Auch wenn Allen Carr in seinem Buch immer wieder seine Easyway-Methode erwähnt hat, so habe ich nicht verstanden, was genau mit dieser Methode gemeint ist.

 

Mein Kommentar dazu: Lese einfach „Endlich Nichtraucher!“ von Anfang bis Ende durch, dann weißt du genau, was du zu tun hast.

 

Die Wichtigsten Punkte möchte ich nun noch einmal zusammenfassen:

 

 

Das Wichtigste ist, dass du ehrlich zu dir selbst bist.

 

Zuerst einmal musst du akzeptieren, dass du drogensüchtig bist.

 

Wenn du das Rauchen aufhörst, verlierst du damit REIN GAR NICHTS!

 

 

Anstatt zu über die Nachteile des Rauchens (die wir alle kennen) zu sinnieren, konzentrierte dich darauf, was dir das Rauchen eigentlich bringen soll.

 

Das ist das ganze Geheimnis, auch wenn du jetzt entsetzt rufst: "Wie? Das wars? Mehr nicht? Dafür hat Allen Carr ein ganzes Buch geschrieben???"

 

Als sich diese Illusionen, die ich mir damals über das Rauchen machte, als Seifenblasen herausstellten, war es ganz einfach, sie platzen zu lassen.

 

Ich stellte mir meinen Giftnickel vor, der grinsend in mir drin saß und fragte mich ganz ehrlich:

Was habe ich davon, wenn ich rauche?

Genieße ich meine Zigaretten wirklich?

Muss ich denn wirklich rauchen?

 

Erst durch Allen Carr ist mir WIRKLICH klargeworden, dass mir das Rauchen überhaupt nichts bringt. Ich habe endlich verstanden, dass ich nichts verliere oder AUFGEBEN muss, wenn ich aufhöre zu rauchen, sondern dass ich nur gewinne!

 

Ich zitiere hier noch ein paar Denkanstöße von Allen Carr:

 

„Was für ein Hobby ist denn das, das man, wenn man es ausübt, am liebsten los sein würde und kaum ist man es los, das Verlangen nach einer Zigarette so stark ist?“

  

„Wenn du die Zeit zurückdrehen könntest bis zu dem Zeitpunkt, als du noch nicht nikotinsüchtig warst, würdest du dann mit dem heutigen Wissen, das du jetzt hast, überhaupt noch anfangen zu rauchen?“ Nie im Leben!!!

 

 „Man muss eine gute Kondition haben, um mit dem Gift fertig zu werden. Das ist einer der Gründe, warum Raucher blind für Statistiken sind, die zwingend beweisen, dass Rauchen der Gesundheit schadet. Jeder kennt einen Onkel Alfred, der drei Schachteln am Tag raucht, nie im Leben krank war und achtzig Jahre alt wurde. Die Hunderte anderer Raucher, die im besten Alter wegsterben oder die Tatsache, dass Onkel Alfred vielleicht noch am Leben wäre, wenn er nicht geraucht hätte, werden einfach ignoriert...“

 

Das ist eigentlich eine gute Nachricht:

 

Bedenke mal, wie schwierig es heutzutage den Rauchern gemacht wird:

Überall gibt es Verbote und viel zu wenige Raucherzonen, 

Raucher werden oft geächtet usw.

Ein Raucher muss sich viel gefallen lassen,

er braucht Durchhaltevermögen und Hartnäckigkeit,

und ständig muss er sich selbst in die Tasche lügen.

 

Von diesem Gesichtspunkt aus ist es viel schwieriger, weiterzurauchen als aufzuhören- klingt das nicht gut?

 

 

Der "große Tag"

 

Den Zeitpunkt für die letzte Zigarette musst du selbst finden. Eines muss dir dabei bewusst sein:

Du gibst absolut nichts auf, du beendest lediglich deine Drogensucht.

 

Das sollte dich freuen!

 

Du entkommst ENDLICH aus der Falle

und entrinnst deiner Sklavenschaft!

 

Also: Plane deine letzte Zigarette erst dann ernsthaft ein, wenn du eine gewisse Vorfreude spürst.

 

Du wirst nichts vermissen, du wirst nicht zunehmen, du wirst nicht leiden!

Du weißt nämlich jetzt: Du hattest nie etwas zu verlieren. Du wirst anfangs diese Leere spüren, aber du weißt, dass das Entzugserscheinungen sind und dein Giftnickel jammert. Diese Leere wird aber bald verschwinden.

 

Und denke immer daran: Ganz oder gar nicht! „Eine einzige Zigarette“ gibt es nicht!

 

Meine Freundin hat dazu gesagt (auch wenn es ziemlich makaber ist, fand ich es lustig):

„Es ist, wie wenn ein Freund von dir gestorben ist. Am Anfang trauerst du, doch dann erkennst du bald, dass du ihn eigentlich nie leiden konntest!“

 

…und plötzlich werden die Tage etwas heller,

die Menschen um dich herum ein bisschen netter,

die kleinen Freuden im Leben ein wenig größer,

das Leben etwas bunter.

Freue dich darauf!

 

 

Ich wünsche dir viel Glück und Erfolg!

 

Natürlich würden mich deine Erfahrungen und deine Meinung sehr interessieren.

 

Rauchst du oder hast du mal geraucht? Hast du noch nie geraucht? Möchtest du mit dem Rauchen aufhören und hat dir mein Artikel geholfen? Kennst du „Endlich Nichtraucher!“? Hast du noch weitere Anregungen und Tipps auf Lager? Was hat dir an meinem Artikel gefallen und was nicht? Wie hast du als Raucher oder Exraucher meine Geschichte erlebt? Möchtest du noch etwas an alle Raucher loswerden? Ich freue mich über jeden Kommentar.

 

Und letztendlich: Ich spielte ja mit der Nikotinsucht auf die Essüchte an. Ahnst du bereits, worauf ich in meinen nächsten Beiträgen zu „Sucht und Laster“ hinauswill? Ich schreibe gerade fleißig weiter, lass dich überraschen!

 

Fortsetzung folgt…

 

 

Herzlich, deine Lina Labert.

 

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2017-02_Wie verwende ich das POC'n'POD®-Armbändchen?

 

 

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